Hautnah miterlebt

Wahlen und Abstimmungen sind das Salz der Demokratie. Sie geben den Bürgerinnen und Bürgern als Souverän die Möglichkeit, direkt auf die Politik Einfluss zu nehmen und deren Richtung zu bestimmen.

Wer die markanten Veränderungen verstehen will, kommt nicht ohne einen historischen Rückblick auf das interessante Wahlgeschehen der letzten Jahrzehnte aus. Ebenso wichtig für das Verständnis sind die unterschiedlichen Wahlsysteme des Proporzverfahrens (Kantons-/ Nationalratswahlen) einerseits und des Majorzverfahrens (Regierungs-/ Ständeratswahlen) andrerseits. Hintergrundinformationen liefern aber auch die Ergebnisse der Sachabstimmungen im Kanton Schwyz.

Der Kanton Schwyz verfügt nur über wenige gesammelte statistische Grundlagen zum Ressort Politik. Im Folgenden sollen anhand von vielfältigem Material und Grafiken die politischen Zusammenhänge dargestellt werden. Im Vordergrund steht dabei das Wahlgeschehen. Als FDP-Kandidat in insgesamt 7 Wahlgängen (1976, 1980, 1984 und 1988 Kantonsratswahlen, 1991 und 1995 Nationalratswahlen und 1999 Ständeratswahlen) habe ich die Wahlen mehrmals selber hautnah miterlebt. Zum andern habe ich seit vielen Jahren zahlreiche Kolumnen und Artikel zum Schwyzer Zeitgeschehen geschrieben, die ich einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen möchte.

Toni Dettling

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Vorschau zu den Gemeinde- und Bezirksratswahlen im Kanton Schwyz 2018


Markante Veränderungen in der Parteienlandschaft

Bei den anstehenden Wahlen in den Gemeinden und Bezirken werden am kommenden Sonntag die Weichen neu gestellt. Nebst den zahlreichen Wahlempfehlungen und Prognosen interessiert auch eine Rückschau auf die mittelfristige Entwicklung. Ein Vergleich der Sitzverteilung zwischen dem letzten Wahlgang von 2016 einerseits und demjenigen im Jahre 2000 anderseits zeigt markante Veränderungen in der Parteienlandschaft. Zu berücksichtigen ist allerdings auch, dass die Gesamtzahl der Mandate im Vergleich der letzten vier Wahlperioden rückläufig ist. Ebenso der Frauenanteil in den Gemeinde- und Bezirksräten. Zwar handelt es sich dabei lediglich um einen punktuellen Vergleich. Doch die Trends sind klar und unübersehbar.

Rückläufige Mandatszahl

Im Vergleich der vier Wahlperioden 2000/2016 ist die Gesamtzahl der Räte in den 33 kommunalen Körperschaften des Kantons (27 Gemeinden und 6 Bezirke) von 290 auf 245 oder um 45 Sitze reduziert worden. Damit wurde im Mittel jeder sechste Sitz in den kommunalen Exekutiven gestrichen. Diese Verkleinerung der Gemeinde- und Bezirksratsgremien liegt nicht nur im Zuge der Zeit. Nebst den damit verbundenen Rationalisierungs-Absichten ist sie zweifelsohne auch eine Folge der Erkenntnis in den Parteietagen, dass es in unserer anonymisierten Gesellschaft immer schwieriger wird, geeignete Personen für die freiwerdenden Ämter zu finden. Die vereinzelten aktuellen Wahlkämpfe bestätigen nur die Regel.

Parteilose im Vormarsch
In unsere Gesellschaft passt auch die Tatsache, dass die sich offiziell als parteilos bezeichnenden Ratsmitglieder die grösste Gruppe bilden - mit weiterhin wachsender Tendenz gemessen an der schrumpfenden Mandatszahl. Über ein Viertel aller Ratsmitglieder gehört aktuell keiner traditionellen Partei mehr an. Die tendenziell weiter ansteigende Entwicklung erhellt die Tatsache, wonach die Parteigebundenheit in der heutigen Zeit immer mehr zurückgeht. Denn das macht die Arbeit für das einzelne parteilose Ratsmitglied gerade auf der untersten Stufe unsere Demokratie vielfach einfacher und bequemer. Anderseits wird es aber für die traditionellen Parteien zunehmend schwieriger, Bürgerinnen und Bürger für ihr Gedankengut zu begeistern und für die zu besetzenden Ämter zu gewinnen. Der Nimbus der einst grossen Volksparteien scheint auch hierzulande zu bröckeln – mit allen damit verbundenen Folgen.

Rasanter Anstieg bei der SVP
Der Vergleich über die letzten vier Wahlperioden 2000-2016 zeigt vor allem den rapiden Vormarsch der SVP: Sie hat trotz reduzierter Mandatszahl 26 Sitze zugelegt und damit ihren prozentualen Anteil an der reduzierten Mandatszahl mehr als verdoppelt. Dieser Mandatszuwachs wurde vor allem in den Bezirken March und Höfe realisiert und ist eindrücklich: Er untermauert die ähnlich verlaufene Entwicklung bei den Wahlgängen für die kantonalen und nationalen Mandate im Kanton Schwyz. Im Lichte des aktuellen Wahlkampfes scheint allerdings der SVP-Wachstumstrend die Spitze erreicht zu haben, was ja angesichts des sehr hohen Niveaus auch dem natürlichen Gang der Dinge entspricht. Dies ist so mehr der Fall, als sich die SVP nicht nur gegen die andern mandatsmässig weitgehend ebenbürtigen bürgerlichen Parteien CVP und FDP wehren muss, sondern auch den Parteilosen als stärkste Gruppierung auf der Gemeindestufe die Stirn zu bieten hat.

Markanter Einbruch bei der CVP
Die Mandatsverschiebung ging vor allem zu Lasten der CVP. Unter Berücksichtigung der gesamthaft abnehmenden Mandatszahl büsste sie mehr als einen Drittel ein und stellt gegenwärtig noch 57 Mandatsträger oder einen knappen Viertel aller Mandate. Dieser bedeutende Aderlass erklärt zumindest zu einem Teil die Verluste, welche die CVP im Vergleichszeitraum auf kantonaler Eben erlitten hat. Aber auch die FDP und die SP mussten in den Kommunen teils herbe Verluste hinnehmen, welche aber gemessen an der geschrumpften Gesamtzahl im tieferen einstelligen Bereich liegen. Vor allem die SP stellt von den 245 Mandaten gerade noch 12 Mandatsträger, was ihre schwache Stellung im kantonalen Bereich dokumentiert. Denn wer bei der Besetzung der Exekutivämter in den Kommunen nicht präsent ist oder schlecht abschneidet, hat in der Regel auch bei kantonalen Wahlen einen schweren Stand. Dieses eherne Gesetz hat sich die SVP schon früh zu Herzen genommen und damit prompt auch den Aufstieg auf kantonaler Ebene geschafft.

Ungenügender Frauenanteil
Der Anteil der Frauen hat nicht nur stagniert, sondern ist weiter zurückgegangen. In absoluten Zahlen sind nur mehr gerade 38 der insgesamt 245 Mandaten oder 15.5 Prozent in Frauenhand. Vor vier Wahlperioden waren es noch 49 oder 16.9 Prozent der damals 290 Mandaten. Diese Abnahme ist umso bedauerlicher, als Frauen gerade in der kommunalen Thematik Eignung und besondere Fähigkeiten zum Tragen bringen können. Die offensichtlich verpasste Frauenförderung bei der CVP und in geringerem Mass auch bei der FDP ist ein weiterer Grund für deren verhaltenes Abschneiden bei den kantonalen Wahlen.

Grafik 01: Mandatsverteilung in den Gemeinden
und Bezirken 2016 im Vergleich zu 2000

Grafik 02: Mandatsverteilung in den Gemeinden
und eingemeindigen Bezirken 2016 im Vergleich zu 2000

Grafik 03: Mandatsverteilung in den
mehrgemeindigen Bezirken 2016 im Vergleich zu 2000

Grafik 04: Mandatsverteilung bei den Präsidien
in den Gemeinden und Bezirken 2016 im Vergleich zu 2000

Grafik 05: Mandatsaufteilung in den Schwyzer Gemeinden und Bezirken

Zeitungsartikel Bote der Urschweiz vom 20. April 2018

Wahldukumentationen zu den eidg. und kant. Wahlen

1. Erzielte Wähleranteile und Mandate der Parteien
1.1 Nationalrats- und Kantonsratswahlen 1971-2016
1.2 Ergebnisse der Listenverbünde und Mandatszuteilungen 1991-2015

2. Die Schwyzer Vertretung in den eidg. Räten 1947-2019
2.1 Die Vertretung aus parteipolitischer Sicht
2.2 Die Vertretung aus regional-politischer Sicht

3. Der Schwyzer Regierungsrat 1944-2020
3.1 Die Zusammensetzung des Regierungsrates aus parteipolitischer Sicht
3.2 Die Zusammensetzung des Regierungsrates aus regional politischer Sicht

4. Der Schwyzer Kantonsrat im Zeitraster der Wahlen 2000-2016
4.1 Die Fraktionsstärke nach Gemeinden und Bezirken gegliedert

Eine Auswahl von Zeitungsbeiträgen, Kolumnen und Interviews

Markante Änderungen in der Parteienlandschaft / 20. April 2018
hier lesen
Transparenz bei der Mehrwertabgabe / 13. März 2018
hier lesen
Direkte Demokratie will gelebt sein / 11. Januar 2018
hier lesen
Demokratiefeindliches Verbot / 25. Oktober 2017
(Zur Totalrevision des Gemeindeorganisationsgesetzes)
hier lesen
Sachlich, verständlich, neutral – aber auch ausgewogen / 12. September 2017
(Zur Forderung nach mehr Ausgewogenheit im Abstimmungsbüchlein)
hier lesen
Bezirke und Gemeinden nicht bevormunden / 23. März 2017
hier lesen
Für mehr Demokratie in der Gemeindeverfassung / 15.Februar 2017
hier lesen
Flops in Serie geben zu denken / 30. Dezember 2016
hier lesen
Blamage – was nun? / 5. Oktober 2016
hier lesen
Fragwürdiges Behördenreferendum / 25. Mai 2016
hier lesen
Wahlsplitter im March-Anzeiger sowie Höfner Volksblatt / 5. April 2016
hier lesen
Bote-Samstagsgespräch zu den kant. Wahlen 2016 (Vorschau) / 12. März 2016
hier lesen
Eine Wahl mit vielen Unbekannten / 25. September 2015
hier lesen
Listenverbindungen: Das Salz der eidgenössischen Wahlen / 19. März 2015
hier Artikel lesen
Das Volk vernehmen lassen / 14. August 2014
hier Artikel lesen
Mehr Augenmass / 28. Dezember 2013
hier Artikel lesen
Wehret den Anfängen / 29. Juni 2013
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Direkte Demokratie am Anschlag / 29. Dezember 2012
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Schwyz - der Musterknabe / 7. Juli 2012
hier Artikel lesen

Kampf der Überregulierung / 4. Mai 2012
hier Artikel lesen

Der Wandel in Bundesbern und der Kanton Schwyz / 6. Januar 2012
hier Artikel lesen

Wenn am nächsten Sonntag eidgenössiche Wahlen wären ... / 4. Aug. 2011
hier Artikel lesen

Inkonsequente Transparenz bei der Parteienfinanzierung / 28. April 2011
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Böses Erwachen programmiert / 4. Februar 2011
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Glaubwürdigkeit in der Politik / 18. November 2010
hier Artikel lesen

Die Wahlen 2011 werfen ihre Schatten voraus / 22. Oktober 2010
hier Artikel lesen

Nach der Wahl ist vor der Wahl / 22. Juni 2010
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Umfragitis / 25. März 2010
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Liberal als Markenzeichen / 7. März 2010
hier Artikel lesen
Fakten und Wahltaktiken / 24. Februar 2010
hier Artikel lesen
Kritische Anmerkungen zum Verfassungsentwurf / 29. Januar 2010
hier Artikel lesen
Schwyzer Parteienlandschaft in Bewegung? / 12. September 2009
hier Artikel lesen
Wo bleibt das Stimmvolk? / 14. Januar 2009
hier Artikel lesen
Steuersenkung als Konjunkturspritze / 21. November 2008
hier Artikel lesen
Politischer Zündstoff / 20. Juni 2008
hier Artikel lesen
Nichtwähler gewinnen / 31. August 2007
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Wiederentdeckung des Privateigentums / 24. März 2007
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Toni Dettling im Bote-Samstagsgespräch vom 14. April 2012

Lesen Sie das ausführliche Bote-Samstagsgespräch mit Toni Dettling vom 14. April 2012
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